Nachbearbeitung mittels EBV
Ist das Foto im Kasten, hat man in den meisten Fällen leider noch kein schönes
Foto. Zumindest im Verbund mit der Nikon D70 erhält man mit dem Teleskop Aufnahmen, die kontrastlos wirken und bei
denen die Farben verfälscht sind.
Ich hatte mal probiert, die Kamera mittels Custom Settings im Untermenü Bildoptimierung auf das Teleskop
einzustellen. Das gelang auch und man erhielt schon recht gute Bilder aus der Kamera heraus. Bei meinen
Fotoausflügen tausche ich aber oft die Objektive und wenn ich dann vergesse, die Bildoptimierung wieder auf ein
Standardprogramm zu schalten, kann ich die Aufnahmen der anderen Objektive vergessen.
Statt dessen ist meine Kamera auf ein Profil getrimmt, das mit meinen Sigmas gut harmoniert und bei dem das
Maksutov eine gute Bearbeitungsgrundlage schafft. Farbe und Tonwerte kann man am Computer recht einfach
korrigieren. Wichtig ist nur, dass die Schärfe stimmt und keine überbelichteten Stellen vorhanden sind.
Ich habe zwei Beispielfotos rausgesucht, die einen guten Eindruck vermitteln, wo Schwachstellen des Maksutovs
liegen.
Das erste Foto wurde gegen 15:00 im direkten
Sonnenlicht aufgenommen. Obwohl der Weißabgleich der D70 auf Automatik stand, hat das Foto einen deutlichen
Gelbstich. Dieses Phänomen tritt bei allen meinen Maksutov-Fotos auf. Im direkten Sonnenlicht fehlt es stets am
Rot- und Blauton. Rot scheint sowieso die kritische Farbe zu sein. Bei der D70 und der Russentonne wird sie bei
fast allen Fotos nicht richtig abgebildet. Dieser Effekt ist aber auch abhängig von der verwendeten Kamera. So ist
die Farbwiedergabe bei der D2x mit Russentonne wesentlich besser (wenn auch nicht optimal).
Hinzu kommt noch ein matter Schleier, der dazu führt, dass die Aufnahmen flau wirken. Dies tritt je nach
Bildoptimierungseinstellungen mehr oder weniger auf.
Im Vergleich zu Standardobjektiven ist der Kontrast stets sehr schwach.
Bei Fotos wie diesen, lassen sich alle nötigen Korrekturen schnell durchführen. Zuerst sollte mittels Pipette der
Weißabgeich vorgenommen werden. Einfach auf eine helle Stelle, die in Wirklichkeit weiß oder gräulich sein sollte
und fertig.
Meistens muss man noch etwas Rot dazu mischen um die Farben wieder realistisch hinzubekommen.
Im zweiten Schritt wird der Kontrast aufpoliert. Hier
gibt es einen kritischen Punkt. Oft müssen die Teleskopaufnahmen so stark vom Kontrast gepuscht werden, dass helle
Bereiche einfach weiß werden. Ich dupliziere dann meistens die Ebene und verstärke den Kontrast bei der oberen
stark. Bei unteren Ebene dagegen nur schwach. Die weißen Stellen in der oberen Ebene werden einfach wegradiert. Es
kommt somit die Struktur der unteren Ebene, die ja nicht so stark gepuscht wurde, zum Vorschein. Jeder hat da
sicher so seine eigenen Mittel. Ob selektive Korrekturen oder mein Weg, das Ergebnis zählt.
Mit Korrektur der Farben und Puschen von Kontrast und Intensität, ist es in den meisten Fällen erledigt.
Der Fuchs hier ist nun frei von milchigen Schleiern und verfälschten Farben.
Wem dies zuviel ist und wer lieber schöne satte kontrastreiche Aufnahmen aus der Kamera heraus bevorzugt, für den
ist das Teleskop eben nicht geeignet.
Als zweites Beispiel dient eine Aufnahme, die im Wald
gegen 13:00 geschossen wurden. Aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse wird es hier eher von der Schärfe kritisch
(falls keine Spiegelvorauslösung verfügbar). In schattigen Waldstücken herrschen meist kühle Farbtöne, mit denen
die Russentonne wesentlich besser zurechtkommt. An diesem Foto sieht man auch den hässlichen Effekt von unscharfen
Glanzlichter im Hintergrund.
Solche Situationen sollte man versuchen zu vermeiden. Meistens findet sich ein Winkel, bei dem keine solchen
Glanzlichtern im Hintergrund liegen.
Bei dieser Aufnahme ist es dafür nun aber zu spät, darum hab ich den Hintergrund komplett überarbeitet.
Durch copy & paste von verschiedenen Bildteilen und ein wenig Pinselarbeit, wurde
der Hintergrund erträglich gemacht. Der Rest ist ähnlich dem Fuchsbild. Gerade bei Aufnahmen die recht wenig
Kontrast bieten, ist es wichtig, nachträglich wieder richtig mit der Kontrastkeule zuzuschlagen. Dabei gewinnt die
Aufnahme subjektiv auch an Schärfe.
Fazit
Fotografieren mit der Maksutov Russentonne heißt Kompromisse einzugehen. Ein
Sigma 300-800 / 5,6 HSM oder ein Nikkor 600 / 4.0 mit Konverter macht sicher in jeder Lebenslage bessere Fotos.
Leider kosten die beiden zwischen 7500-12000€ und das Maksutov-Teleskop mit samt Adapter nur 240€. Für mich als
Amateurfotograf ist somit ein Spiegellinsenobjektiv die einzige Möglichkeit in manchen Situationen überhaupt nah
genug für eine brauchbare Aufnahme heranzukommen. Brennweite sales! Und bei überlegtem Einsatz und etwas Nachhilfe
per EBV, erhält man auf jeden Fall sehr gute Aufnahmen, mit denen man sich nicht verstecken braucht.
Die Brennweite ist für mich aber das K.O. Kriterium. Ich würde somit kein Spiegel mit 500mm Brennweite kaufen. Da
man auf diese Brennweite auch mit "erschwinglichen" Teleobjektiven kommt und dann die Vorteile der Teleobjektive
einfach überwiegen. Doch mit dem 1000mm Maksutov hab ich meinen Brennweitenbereich ganz weit nach oben abgedeckt
und werde dieser kleinen Tonne sicher noch lange treu bleiben.