ITS-Network » Sonderthemen » Ausrüstung » Nikkor 70-200 2,8 VR und die Nikon-Konverter

 

Nikkor 70-200 2,8 VR und die Nikon-Konverter

Immer wieder stellt sich die Frage, welche Abbildungsqualität bestimmte Objektive mit den verschiedenen Konvertern bringen. Besonders beliebt im Verbund mit Konvertern, ist das AF-S 70-200 2.8 VR. Wir haben die drei Nikon-Konverter im praktischen Einsatz und fassen an dieser Stelle zusammen, was einen bei den verschiedenen Kombinationen erwartet.
Die hier vorgestellten Eigenschaften beschreiben die Leistungen an 10-12MP DX Kameras. Ältere Nikonbodys mit geringerer Auflösung als auch die D3 mit ihrer geringen Pixeldichte sind weniger fordernd und müssen im Schnitt eine halbe Blende weniger abgeblendend werden um auf selbe Leistungen zu kommen.



Vergleich AFS 70-200 VR mit
allen drei Konvertermodellen


Eckdaten für alle Bilder:
ISO 100
D2x
WB manuell
Schärfung "normal"
Tonwerte "standard"
Crop 100%

Leistung ohne Konverter

Das schlanke Profizoom verhält sich etwas ungleichmäßig was die Schärfeleistung betrifft. Im Bereich 70-160mm legt die Schärfe mit zunehmendem Abblenden recht konstant zu. Das Maximum ist bei F5.6 erreicht. Offen zeigt sich das Zoom eher schwach und kann gerade noch als "gut" bezeichnet werden.
Abgeblendet erreicht es exzellente Topleistungen ohne aber je das Level von den Referenzlinsen AFS 200 2.0 VR oder dem AFS 300 2.8 VR zu erreichen. Am deutlichsten wird der Unterschied in Richtung der Ränder, wo das Zoom merkbar nachlässt.
Bei Brennweiten über 160mm fängt das 70-200 an zu schwächeln. Die Auflösung lässt da etwas nach, so das man zusätzlich abblenden muss um das Leistungsniveau der unteren Brennweiten beizubehalten. Dabei verhält sich das Zoom aber nicht mehr linear. Bis zum Abblenden auf F4 erreicht man eine Verbesserung. Dann lässt es bis einschließlich F7.1 nach. Doch bei F8 erreicht es dann plötzlich wieder Topleistungen.


Etwas mehr Brennweite ohne große Verluste - TC-14E II

Ohne Schwierigkeiten lässt sich der 1,4x Konverter TC-14E II am Telezoom betreiben. Der Schärfenabfall ist überschaubar und lässt sich schon mit einer halben Blende zusätzlichen abblenden kompensieren. Auch Kontrast- und Farbverhalten sind weitgehends identisch zu den Leistungen ohne Konverter. Auch hier gelten natürlich die Eigenheiten wie das Nachlassen der Schärfe am oberen Brennweitenende. Mit effektiv brauchbaren Blendenwerten von F4.5-F5.6 lässt sich diese Kombination auch noch bei mäßigen Lichtverhältnissen einzusetzen. Mit seinen 280mm erhält man aber nur einen mageren Brennweitenvorteil. In unseren praktischen Alltag werden die Bilder daher meist entsprechend beschnitten, als das wir den 1,4 Konverter nutzen.
Der AF zeigt subjektiv keine Veränderung, weder was die Geschwindigkeit noch die Präzision betrifft.


Kompromiss aus Brennweite und Leistung - TC-17E II

Der TC-17E II ist der jüngste Nikonkonverter und füllt die recht große Lücke zwischen den gängigen 1,4x und 2x Konvertern. Es gibt ihn somit im Gegensatz zu den anderen beiden Konvertern ausschließlich in der Version II. Der Unterschied zwischen den Ier und IIer Typen besteht nur in der Lackierung, die an neuere Nikonobjektive angepasst wurde.
Optisch positioniert er sich tatsächlich im Mittelfeld. Im Gegensatz zum 1,4er Konverter sind Qualitätseinbußen stärker sichtbar. Das beginnt mit einer Art "Milchglaseffekt" bei Offenblende, bei der Bilder wirken als wenn die Frontlinse etwas beschlagen wäre. Schon minimales Abblenden von der Maximalblende 4.8 auf 5.0 kann diesen Effekt beseitigen.

Bezüglich der Schärfenleistung möchte die Kombination aber deutlich stärker abgeblendet werden. Reicht bis 160 - 170mm (nach Brennweitenskala) F5.6 vielleicht F6.3 zeigt es am Ende (200mm nach Skala bzw. 340mm real) erst bei F7.1-F8 wieder zufriedenstellende Leistungen. Diese erreichen zwar nie die Qualität eines 300 2.8 oder dem großen Bruder AFS 200-400 4.0 VR sind aber in der Praxis, ausreichend Licht vorausgesetzt, durchaus brauchbar.

Leider nicht durch Abblenden kompensierbar ist die schlechtere Leistung bzgl. der AF-Geschwindigkeit. Der Fokus wird auch bei den Topmodellen wie der D2x merklich langsamer. Bei sehr schnellen Motiven wie fliegende Vögel muss man sich daher auf höhere Ausschussraten einstellen.


Schwache Performance - TC-20E II

Mit einer maximalen Lichtstärke von F5.6 bei rund 400mm, AFS und VR würde die Kombination aus Zoom und 2x Konverter von den Eckdaten eine noch eine brauchbare Kombination abgeben. In der Realität sieht es leider anders aus. Die Leistungen des brechen komplett ein. Bilder wirken auch nach Abblenden flau und unscharf und lassen nichts mehr von der ursprünglich sehr guten Performance erkennen. Auch der AF wird sehr behäbig und auch unsicherer. Im Vergleich dazu sind Zooms der 80-400 Klasse günstiger und von der Abbildungleistung überlegen und so ist dieser Kombi für uns schlichtweg indiskutabel.


Fazit

Für jene die die Leistung ihres Zooms ohne merkliche Einbußen nutzen möchten, wäre der TC-14E die richtige Lösung. Allerdings ist der Brennweitenvorteil mit rund 280mm recht mager und wird meist nur für die ausreichen, die höhere Brennweiten ohnehin mit anderen Optiken abdecken.
Möchte man nur einen Konverter anschaffen aber auch das Maxmimum an Brennweite herausholen, empfehlen wir den 1,7x Konverter TC-17E II. Auch wenn dieser eher eine "Schönwetter-Lösung" ist, stellt er den besten Kompromiss dar.
Vom TC-20E können wir aufgrund der mangelhaften Leistung einfach nur abraten.
Für alle Kombinationen gilt: Konverter sind immer ein Kompromiss, den man aus finanziellen oder aus
Gewichts- / Platzgründen eingeht und kein Vergleich zu guten Optiken, die eine entsprechende Brennweite ohne Konverter mitbringen.

Verschiedene Aufnahmen mit dem TC-17E als NEF-Download


D70
ISO400
1/800sec
F8
340mm

D2x
ISO800
1/1250sec
F5,6
270mm

D2x
ISO200
1/160sec
F6,3
340mm

D70
ISO200
1/250sec
F4.8
340mm

 
Copyright 2002-2008 by ITS-Network - Alle Rechte vorbehalten