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Volles Rohr!!! Russentonne und die Nikon D2x


Mancherorts wurde darüber kritisch spekuliert, hier gibt´s nun Fakten. Wie schlägt sich die Russentonne an einer hochauflösenden Profikamera und kann sie bei den hohen Anforderungen dieser noch mithalten?


Russentonne an der D2X

Vorwort

Egal ob in Boards, vor Ort beim Fotografieren oder auf dieser Webseite, das Interesse nach der Maksutov MTO-11CA Spiegelteleskop und die Erfahrungen dazu, ist groß. Nach dem Erfahrungsbericht über das Maksutov Teleskop alias Russentonne, soll sich dieser Artikel mit dem Kombi Nikon D2x und Russentonne beschäftigen. Er soll zeigen, wie man optimale Ergebnisse erzielt und was die Tonne zu leisten vermag.



Richtige Einstellungen

Display

Während die meisten Kameras an Objektiven ohne integrierte CPU nur Integralmessung unterstützen, ist bei der Nikon D2x auch die Color-Matrixmessung verfügbar. Diese genauere Messmethode steht allerdings nur dann zu Verfügung, wenn man die Daten der Russentonne in der Kamera hinterlegt. Dies geschieht mit Hilfe des Menüpunkts »Objektivdaten« im Aufnahmemenü der Kamera.

Die Brennweite von 1000mm lässt sich auswählen. Bei der Lichtstärke, ist F10 leider nicht verfügbar. Hier sollte man stattdessen F11 wählen, da der Gegenspiegel die effektive Blendenöffnung mindert und diese Angabe somit recht gut der Realität entspricht.

Der zweite Punkt ist die Spiegelvorauslösung. Ich empfehle diese unabhängig von der Verschlusszeit zu benutzten, da es erzielbare Schärfe in den meisten Fällen sichtbar steigert. Die konventionelle SVA mit 0,5sec Verzögerung ist aber annähernd wirkungslos, da der Kombi auf den meisten Stativen länger braucht (1-2sec) um nach den Spiegelschlag aus zu schwingen. Man erreicht daher die besten Ergebnisse wenn man die Aufnahmebetriebsart "M-up" wählt. Hier wird mit dem ersten Druck auf den Auslöser der Spiegel hochgeklappt und mit dem Zweiten der Verschluss geöffnet. Ein Kabelfernauslöser ist dafür in der Praxis natürlich unverzichtbar. Jedes mal einen halbe Minute warten, bis der Verschluss automatisch öffnet, ist kaum praktikabel.



Belichtungsmessung

Sind die Voraussetzungen für die Color-Matrixmessung erfüllt, läuft der Aufnahmevorgang recht problemlos von statten. Die Belichtungsmessung arbeitet recht präzise und es sind kaum Eingriffe nötig. Der Hinweis im Handbuch, bei Spiegellinsenobjektiven auf Mittenbetonte- oder Spotmessung zu setzen, da sonst keine befriedigenden Ergebnisse erreicht werden, bewahrheitete sich bis jetzt nicht. Ob das für alle Situationen gilt, kann ich derzeit allerdings nicht beantworten.



Bildqualität

Wesentliche Angaben zu Bildqualität wurden ja bereits im Erfahrungsbericht zur Russentonne aufgeführt. Was beim Betrieb an der D2x interessant war, ist die Frage ob sie in Punkto Schärfe und Auflösungsvermögen überhaupt für den Betrieb an der D2x geeignet ist. Schließlich stellt diese mit ihrer sehr zurückhaltenden Bildaufbereitung und der hohen Auflösung von 12,4 Megapixel höchste Anforderungen an die Optik.

Tiger

Die Ergebnisse sind sehr zufrieden stellen, aber nicht sehr leicht reproduzierbar. Ist das Maksutov-Teleskop richtig fokussiert und die Aufnahme nicht verwackelt, dann wird eine gute Schärfeleistung erreicht. Doch gerade die richtige Fokussierung ist problematisch. Den Schärfenindikator im Sucher kann man dabei getrost vergessen. Er liefert keine zulässigen Angaben. Vielmehr sollte man das gute Sucherbild der D2x nutzen, um hier den richtigen Fokuspunkt zu finden. Aufgrund der sehr geringen Tiefenschärfe kein leichtes Unterfangen.

Mit Profioptiken ala Nikkor 70-200 2.8 VR kann sie sich das Maksutov allerdings nicht messen. Gerade leicht abgeblendet, zeichnen die konventionellen Objektive das Motiv noch etwas "härter". Die Bilder der Russentonne sind also immer etwas weich, geben aber dennoch alle Details wieder.

Einen konkreten Eindruck kann dies Bild eines Jungtigers geben. Mit Mausclick auf das Bild kann man die eine JPEG-Datei in Originalgröße des Tigers laden. Es entspricht bis auch einen manuellen Weißabgleich und leichte Tonwertkorrektur dem Original.

Beim Kontrast und den Farben, ist die Russentonne an der D2x genauso schwach, wie an anderen Bodys z.B. der D70. Die bessere Weißabgleich-Automatik der D2x bringt hierbei kaum Vorteile. Wie schon im Maksutov-Erfahrungsbericht beschrieben, ist eine Nachbearbeitung der Aufnahmen erforderlich.



Fazit

Der Russentonne schlägt sich wacker und kann selbst an einer Kamera mit so hohen Anforderungen gutes Bildmaterial liefern. Das unschlagbare Preis-Leistungsverhältnis, wird hierbei wieder voll unter Beweis gestellt. Mit der D2x hat man damit nicht nur eine Kamera die an der Tonne nicht mehr ganz so verloren wirkt, sondern auch ein Instrument, das die Qualitäten des Spiegellinsenobjektives besser zu Nutzen vermag. Das Fotografieren mit Belichtungsautomatik und SVA erleichtert die Arbeit mit der Tonne enorm und es verbleibt liebäugelnden Fotografen nur zu raten, darauf zu achten, dass die eigene Kamera diese beiden Disziplinen beherrscht.

 
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